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Alle reden über Jüngerschaft, aber niemand scheint wirklich zu wissen, wie’s geht.

  • renesteiner7
  • 5. Jan.
  • 4 Min. Lesezeit

Diese beiden Momente werde ich nie mehr vergessen …

 

2011: Wir sind auf dem Heimweg von einer Leiterkonferenz. Das ganze Leitungsteam der Gemeinde sitzt im selben Flugzeug. Irgendjemand droppt die Frage: «Leute, was würde mit unserer Kirche geschehen, wenn wir heute alle abstürzen?» Das bisschen Gelächter weicht schnell einer nachdenklichen Stille. Ja, was denn? Wer würde den Stab übernehmen? Auch nach längerem Reflektieren und Diskutieren bleibt die Liste erschreckend kurz.


15 Monate später: unser erster «Kirche ohne Mauern» Testballon läuft. Wir sind mit etwa vierzig Leuten in einem kleinen Park. Kein Programm. Keine Predigt. Kein Worship. Wir wollen einfach bei den Leuten sein. In Kontakt kommen. Reich Gottes Luft verbreiten. Der Grill ist heiss, der Tisch mit den Beilagen gut gedeckt. Eine Person aus der Gemeinde kommt auf mich zu: «Du, RöNee, was machen wir jetzt?» Zum zweiten Mal wird mir klar, dass wir als Gemeindeleitung unseren Job nicht machen. Unsere Kirchenpraxis bringt keine Jünger hervor, also Menschen, die einfach überall das tun, was Jesus tun würde, wenn er in ihrer Haut stecken würde. Wir brauchen scheinbar «ein Programm», um zu wissen, was zu tun ist. Es wird uns klar: wir müssen lernen, wie man Jünger macht. Und das nach 15 Jahren Gemeinde leiten und Traumwerten bei NGE ("Natürliche Gemeinde Entwicklung", ein Tool zum Testen der Gemeindequalität).

 

Aber wie zum Geier geht Jünger machen?

 

Spurensuche

Eine faszinierende Spurensuche beginnt. Die Praxis von Jesus rückt in den Fokus. Man findet bei ihm keine Kurse, Programme und Veranstaltungen. Es ist «life to life», von Leben zu Leben. Es ist zuerst eine Einladung ins Leben («Kommt hinter mich» Mk. 1,17). Es ist «viel Zeit mit wenig Menschen verbringen». Und es geschieht nicht im Klassenzimmer, sondern indem und währenddem wir gute Nachricht für Menschen ausserhalb der Kirche sind. Und es geschieht nicht alleine, sondern als Familie auf Mission.

 

So haben sich langsam die Kernpraktiken einer Jüngerschaftskultur geformt:

 

Einladung ins Leben

Meistens suchen wir als Gemeindeleitungen Menschen, die unsere Programme aufrecht halten. Kann man machen. Aber das formt sie nicht zu Jüngern des Reiches Gottes. Und kostet das meiste an Energie, das nach Abzug von Arbeit, Familie und Freizeit noch übrig ist. Soll mir nur ja niemand noch mit Mission kommen … Jesus hatte seine drei und Zwölf, denen er den besten Teil seiner Zeit schenkte, mit ihnen ass, Familie auf Mission lebte.

 

«Und Jesus berief Zwölf, damit sie bei ihm seien.» (Mk. 3,14)

 

So macht man Jünger.

 

Verbring viel Zeit mit wenig Menschen

Das Problem der meisten Gemeindeleiter/innen ist, dass das Aufrechterhalten der Gemeindeprogramme ihnen alle Zeit raubt. Also keine Zeit für «viel Zeit mit wenig Menschen», gemeinsam Essen, gemeinsam das Leben feiern. Und so bleibt «Jüngerschaft» dieses unbekannte Tier unter dem Schreibtisch, irgend ein Add-On unter ferner liefen anstatt der Motor der Jesus Bewegung.

 

Menschen für die Mission des Reiches Gottes formen

Jüngerschaft ist das Formen von Menschen für die Mission des Reiches Gottes. Das macht Jesus im un-pastoralsten Vers des Neuen Testaments klar. Er ruft einen Mann in die Nachfolge. Dieser will zuerst noch was erledigen. Und Jesus, der gute Hirte (Pastor 😊), sagt ihm: «Lass die Toten ihre Toten begraben, du aber geh hin und verkündige das Reich Gottes!» (Luk. 9,60) Jüngerschaft ist nicht zuerst «geistliche Reife», sondern das Reich Gottes in Worten, Werken und Wundern in dieser Welt sichtbar machen.


Mission als Teamsport entdecken

Die meisten Jüngerschaftskonzepte sprechen von «persönlichem Wachstum im Glauben» und individuellen geistlichen Disziplinen. Schön auf Linie mit unserem postmodernen Hyperindividualismus. Bei Jesus waren Jüngerschaft und Mission immer ein Gruppengeschehen. Die meisten Christen sind überfordert damit, als Einzelsportler Mission zu machen. Damit Mission zum Breitensport wird, muss es zum Teamsport werden. Wie das aussehen kann? Lies diesen Blogbeitrag über die alltägliche Schönheit eines missionalen Lebens.

 

Noch einmal neu beginnen

Es wird uns 2011 und 2012 schnell klar, dass es nicht nur um ein bisschen Kosmetik geht. Es geht um einen Neuanfang, wie wir Gemeinde leben wollen. Es geht um die Veränderung unserer Kirchenkultur, die schmerzhafte Entscheidungen von uns fordert, wie wir Zeit, Geld und andere Ressourcen einsetzen. Entscheidungen, welche Dinge wir nicht mehr tun, um Zeit für unser Kerngeschäft zu bekommen.

 

Das Abenteuer unseres Lebens

Heute 15 Jahre später sind wir immer wieder aufs Neue geflasht, was auch in der Schweiz möglich wird, wenn wir uns auf diese Reise begeben. Etwa 170 Menschen sind zum Glauben gekommen. Im Januar lassen sich 10 bis 15 Personen taufen. Dutzende von ganz gewöhnlichen Christen leben «the lifestyle», beten für kirchenferne Menschen, laden ihre Nachbarn an ihren Tisch oder in ihren Garten ein, sind gute Nachricht in ihrem Quartier (für unsere deutschen Freunde «Viertel») und teilen ihren Glauben. Mehr als ein Dutzend missionale Gemeinschaften sind jeden Monat im Kontakt mit hunderten von kirchenfernen Menschen.

 

Und das Virus breitet sich aus.

 

Aus einer Gemeinde, die die letzte MOVE! Lerngemeinschaft besucht hat, kommt folgende Geschichte. Sie haben in einem Quartier mit «Kirche überall» begonnen. Dabei wurde eine Frau so von Jesus berührt, dass sie eines morgens, als die Leiterin von «Kirche überall» vorbei läuft, das Fenster öffnet und ruft, ob sie ihr das Jesus Buch bringen kann. Ja, sie meinte die Bibel. Die beiden Frauen haben dann gemeinsam die Bibel gelesen und diese kirchenferne Frau hat die ganze Zeit geweint, weil sie so ergriffen war. In einer anderen Gemeinde tauchen plötzlich drei Jungs auf, die ohne Zutun von Christen zum Glauben gekommen sind und sich nach Inspiration durch TikTok gegenseitig getauft haben. Und der Leiter sagt mir einige Monate später, dass er dank den Tools, die er aus der Lerngemeinschaft mitgenommen hat, einen Plan hat, wie er diese Jungs bejüngern kann. Und er sei ganz begeistert zu sehen, wie der eine nun anfängt, das an andere weiter zu geben.

 

 

Ein Tor der Hoffnung öffnet sich

Wir leben in einer wilden Zeit. Einerseits scheint sich unsere Gesellschaft grad an die Wand zu fahren. Andererseits ist besonders in der GenZ ein neuer Hunger nach Gott am Aufbrechen. Gott scheint aus dem «Tal der Verwüstung» grad ein «Tor der Hoffnung» zu formen (Hosea 2,17). Doch er will das nicht alleine tun sondern mit uns zusammen. Die Ernte ist reif, aber es gibt zu wenig Mitarbeiter. Darum brauchen wir einen Plan, wie wir eine Gemeindekultur prägen können, die nicht Konsumenten sondern Jünger von Jesus hervorbringt.


Interessiert an so einem Plan?

 

Die nächste MOVE! Lerngemeinschaft startet im September 2026.

Und am 28. Februar findet dazu in Olten ein Schnuppermorgen statt.

 

Oder nimm Kontakt mit uns auf. Wir würden uns freuen, dich persönlich kennen zu lernen.


 
 
 

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